Interview

Welche Menschen haben Sie besonders geprägt?

Meine Eltern, meine Familie (6 Geschwister), meine Großeltern. Sicher auch das Leben im Internat bei den Benediktinermönchen in Münsterschwarzach. Im Beruf ist mir mein Onkel Dr. Josef Eugen Held stets Vorbild geblieben, der als Landrat im ehemaligen Landkreis Gerolzhofen wirkte. Strebsam und gewissenhaft blieb er aktiv bis ins hohe Alter.

Wozu braucht ein Bürger im Landkreis Kitzingen einen Abgeordneten in München?

Der Landkreis und seine Menschen haben dadurch die Möglichkeit des direkten Kontakts zur bayerischen Staatsregierung und im Bedarfsfall eine schnelle Erledigung ihrer Anliegen. Berechtigte Probleme und Interessen unseres Landkreises finden so unmittelbar Gehör.

Was ist Ihnen für den Landkreis Kitzingen ein besonderes Anliegen?

Die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien, Energieeinsparung und Energieeffizienz. Außerdem die sinnvolle Weiternutzung der Flächen, die die Amerikaner in Kitzingen zurück gelassen haben. Und wenn möglich, sollen dabei möglichst viele und hochwertige Arbeitsplätze nach Kitzingen kommen.

Wie sieht ein Tag im Münchner Landtag für Sie aus?

Spätestens um 9:15 Uhr beginnen die Sitzungen, die oft bis in die Abendstunden dauern.
Abends stehen meistens Veranstaltungen auf dem Programm, in denen ich als Redner gefordert bin - oder wir treffen uns mit verschiedensten Verbänden zum Gedankenaustausch, um innovative Schritte einzuleiten.

Welche Aufgaben als Landtagsabgeordneter packen Sie am liebsten an?

Dinge, von denen ich schnell eine Vorstellung habe, wie sie zu lösen sind. Manchmal muss ich aber auch Anliegen angehen, von denen ich annehmen muss, dass sie zu langwierigen Prozessen führen.

In Ihrer Verantwortung als Abgeordneter sind Sie oft weit über einen normalen 8-Stunden-Angestellten-Tag beansprucht. Was hilft Ihnen, immer wieder Abstand zu gewinnen?

Ich kann von meinem Haus direkt zu einem Spaziergang in den Steigerwald ansetzen. Ich gehe oft mit meiner Frau im Untersambacher Wald spazieren. Da war ich schon als Jugendlicher gerne unterwegs. Besonders erbaulich ist es für mich, wenn meine Töchter daheim sind und wir lange Gespräche führen. Davon zehre ich. Auch gemeinsame Zeit mit Freunden ist für mich ganz wichtig.

Gesellschaft und Umwelt wandeln sich. Welche Veränderungen begrüßen Sie, welche bereiten Ihnen Sorgen?

Es ist gut, dass sich die Menschen grundsätzlich frei von allen möglichen Zwängen entfalten können und jeder bei angemessener Anstrengung vieles erreichen kann. Mich sorgen jedoch Menschen, die mit dieser Freiheit nicht umgehen können. Mehr denn je ist in unserer Gesellschaft Selbstverantwortung gefordert, Selbstdisziplin und die Fähigkeit, zu vielen Angeboten und Möglichkeiten auch „Nein" zu sagen.

Sorgen bereitet mir auch, dass wir nicht entschlossen und konsequent genug das Problem Klimawandel angehen. Dabei kann jeder effektiv dazu beitragen, indem er in seinem Haus, seiner Wohnung Energiesparmaßnahmen ergreift oder ein sparsames Auto fährt.

Dr. Otto Hünnerkopf, MdL

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